Alte Götter
Am Anfang war nur das urzeitliche Chaos. In diesem Chaos existierten die Götter. Die mächtigsten unter ihnen waren Marduk und Set. Nach Ewigkeiten, beschloss Marduk die Welt zu erschaffen um das Chaos zu ordnen.
Doch der zerstörerische Set war damit nicht einverstanden. Er, als Gott des Chaos, wollte alles beim alten belassen. Als Marduk von seinem Plan nicht abließ, wies Set seinen Diener Kan an, das Monstrum Tiamat, die Chaosschlange, zu gebären.
Tiamat war mächtig und verwickelte Marduk in einen Kampf auf Leben und Tod. Allein hätte er die Schlacht gegen das personifizierte Chaos nie gewinnen können. Doch die anderen Götter waren Marduks Meinung und halfen ihm im Kampf gegen die Bestie.
So gelang es den Göttern schließlich die Schlange niederzuwerfen. Doch Set weigerte sich immer noch das Chaos ordnen zu lassen. Dies war aber auch nicht mehr notwendig, wie Marduk erkannte, denn durch den Tod Tiamats hatten die Götter den Baustoff erhalten,
aus dem die Welt erschaffen werden sollte.
Aus Tiamats Leib schufen die Götter unsere Welt. Kan wandte sich vom erzürnten Set ab und bat dem mächtigen Marduk seine Dienste an, der diese dankend annahm. Set selbst, zog sich in die tiefsten Tiefen des Chaos zurück, doch er ruhte nicht.
Er schuf aus dem Chaos die Ulyaoth, böse Geister, die die Welt eines Tages heimsuchen sollten.
Indessen schufen die Götter aus Tiamats Leib die Welt so wie sie heute ist. Jeder Gott war dabei für andere Dinge zuständig und jedem Gott wurde danach
sein eigener Herrschaftsbereich und seine eigenen Aufgaben zugesprochen. Durch die Zusammenarbeit der Götter begann schon bald das Leben auf der Welt zu wachsen. Die ersten Pflanzen wuchsen aus dem Boden, und schließlich bildeten sich die ersten Lebewesen.
Die Krönung der Schöpfung der Gottheiten sollte jedoch der Mensch darstellen. Der Mensch war das letzte, große Werk der alten Götter. Seitdem griffen sie nur mehr ein einziges Mal in die Geschicke der Welt ein.
Die Menschen waren zu Beginn barbarisch und wild. Sie lebten in zahlreichen Stämmen und führten Kämpfe und sogar Kriege untereinander. Die Länder trugen großen Schaden davon, und noch heute werden sie
aufgrund dieser alten Zeit die "Verwüsteten Lande" genannt.
Die Götter waren erzürnt, traurig und enttäuscht wie die Menschen mit der Welt umgingen, die sie durch einen harten Kampf hatten gewinnen müssen. Deshalb beschloss Marduk, die menschlichen Stämme zu einen. Er
erwählte einen stattlichen, jungen Mann, Ziminay, und beseelte ihn mit der Kraft eines Gottes. Nach vielen langen Jahren gelang es Ziminay schließlich viele menschliche Stämme unter seinem Banner zu vereinen.
Sie zogen in das Land, das von den Göttern für sie vorgesehen war, an die Ufer des Nuralon, und gründeten dort eine Ansiedlung.
Jahrhunderte vergingen und die Ansiedlung wurde zu einem Dorf, das Dorf zu einer Stadt. Die menschlichen Stämme, die sich Ziminay nicht angeschlossen hatten,
ziehen bis heute durch die Wildnis, doch die Götter dulden dies, weil sie trotz allem noch gute Diener sind. Nachdem Mekhet, wie Ziminay die Stadt nannte, eine bestimmte Größe erreicht hatte, soll Marduk selbst vom Himmel
gestiegen sein. Er verkündete den Menschen, dass Ziminay von nun an ihr Herrscher sein sollte. Marduk hob einen mächtigen Turm am Rande Mekhets aus der Erde und mit einem Schlag fertigte er aus einem Stein den Thron, auf den er sich zuerst setzte, der Herr der Götter.
Danach nahm Ziminay als erster Herrscher der Menschheit auf dem Thron Platz und wurde von Marduk selbt zum ersten Gott-Kaiser gekrönt.
Himmlische und Gefallene
Am Anfang existierten zwei urzeitliche Prinzipien - Gut und Böse, Licht und Dunkelheit, Ordnung und Chaos. Beide gebaren ihre eigenen Kreaturen. Das Böse gebar die Dämonen, Wesen des reinsten Chaos, unter ihnen zum Beispiel
die grauenhafte Chaosseeschlange Leviathan. Das Licht hingegen gebar die Engel, himmlische Wesen des Lichts und des Guten. Ewige Zeiten bekämpften sich Engel und Dämonen, bis das Licht seinen Dienern schließlich den Plan schenkte. Es war der Plan der
Schöpfung, der dazu dienen sollte, nach den Vorstellungen des ewigen Lichts eine Welt zu erschaffen und zumindest in einem begrenzten Raum einen Sieg über das Chaos davon zu tragen. Alle Engel beteiligten sich an dem Werk und schufen eine wundervolle Welt voller Leben.
Jeder Engel war für etwas anderes zuständig, und sie alle arbeiteten in perfekter Harmonie.
Schließlich begann aber einer der Engel an den Vorstellungen des Plans zu zweifeln und er warf die Frage in die Runde, warum sie die Welt den nicht nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten sollten. Die meisten Engel waren empört darüber, dass einer von ihnen überhaupt auf die Idee kam,
das Licht zu hintergehen. Doch der Vorschlag fand auch Zuspruch unter fünf anderen Engeln. Diese sechs Engel schlossen sich also zusammen und revoltierten gegen die anderen Engel. Es war ein Kampf der mächtigsten unter ihnen, der auf der Welt ausgefochten wurde. Die Welt trug Narben von diesem Kampf davon und
seitdem nennt man das Gebiet auch die "Verwüsteten Lande". Fast alle Engel zogen gegen die Verräter zu Felde und fünf unter ihnen waren schnell gefallen, und wurden verbannt. Doch der mächtigste unter ihnen, jener, der Morgenstern genannt wurde, konnte nicht geschlagen werden. Er war der Erste, der aus dem Licht geboren worden war,
der Mächtigste unter den Engeln. Eigenhändig vernichtete er Tausende Engel und schickte sie zurück ins Licht. Erst Michael, Engel der Gerechtigkeit, konnte ihm Einhalt gebieten. Michael war der einzige, der seither den Morgenstern jemals im Kampf besiegt hat. So wurde auch der Morgenstern zu einem gefallenen Engel und
in der Welt konnte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen.
Die Engel schufen die Menschen als größtes Werk des Lichts, doch hielten sie sich vollkommen aus dem Treiben des neuen Volkes heraus. Dieses entwickelte so seine eigenen Mythen und erschuf mithilfe seiner Vorstellungen und der Kraft ihres Geistes seine eigenen Götter. Diese Götter traten an die Stelle der
Himmlischen und des Lichts, doch diesen machte das nichts aus. Sie ließen die Menschen ihren eigenen Weg gehen, doch war dies vielleicht auch ein Fehler. Die Götter, die von den Menschen selbst geschaffen worden waren, gewannen immer mehr an Macht und schließlich überragten sie die Engel sogar daran. Doch die
Himmlischen fürchteten die neuen Götter nicht, denn sie hatten nichts von ihnen zu befürchten. Die Himmlischen hielten sich im Hintergrund und ließen alles ihren Gang gehen.
Während die Geschichte der Menschen ihren Lauf nahm und der erste Gott-Kaiser seinen Thron bestieg, erwachte altes Böses aus seinem Schlummer. Die fünf Engel, die sich dem Morgenstern angeschlossen hatten, verfluchten diesen für seinen Plan, doch er schaffte es die anderen wieder zu beschwichtigen.
Er erklärte ihnen, dass sie ihren Plan nicht aufgeben würden und eines Tages über die Schöpfung herrschen würden. Sie müssten nur die nötigen Mittel finden. Die Menschheit war ein Mittel zum Zweck. Der Morgenstern erklärte, dass die Himmlischen durch die neuen
Götter der Menschen an Macht verloren hatten, und dass sie nur ein Heer brauchten um sie zu schlagen. So unterwarfen sich die sechs Gefallenen das Chaos. In grausigen Schlachten erschlugen sie die Herrscher der Dämonen und rissen selbst die Macht an sich. Doch die Dämonen konnten ihre Welt alleine nicht verlassen.
Dazu benötigten die Gefallenen die Menschheit.